Mechanische Schließanlagen haben ihre Berechtigung, stoßen aber im modernen Gebäude- und Unternehmensmanagement schnell an ihre Grenzen. Entdecken Sie, warum der Wechsel zu elektronischen Systemen nicht nur ein Gewinn an Komfort, sondern vor allem ein massives Plus an Sicherheit und Kosteneffizienz ist.
Ein mechanischer Schlüssel ist ein physisches Recht, eine Tür zu öffnen. Dieses Recht ist dauerhaft und unumstößlich an das Stück Metall gebunden. Genau hier beginnt das Problem für Hausverwaltungen, Unternehmen und auch anspruchsvolle Privathaushalte.
Digitale Zutrittskontrolle trennt das "Recht" von der "Hardware". Das Recht zum Öffnen wird virtuell vergeben und kann jederzeit in Millisekunden entzogen werden.
Verliert jemand seinen Transponder, wird dieser im System mit einem Klick auf "gesperrt" gesetzt. Der Finder kann damit keine Tür mehr öffnen. Der teure Austausch von Zylindern gehört der Vergangenheit an. Ein neuer Transponder kostet nur wenige Euro.
Definieren Sie exakt, wer wann Zutritt hat. Die Reinigungsfirma darf nur Dienstag und Donnerstag von 18:00 bis 21:00 Uhr ins Gebäude? Der Praktikant nur werktags? Außerhalb dieser Zeiten bleiben die Türen verschlossen – auch mit gültigem Transponder.
Elektronische Zylinder protokollieren (je nach Konfiguration und Datenschutzvorgaben) jede Öffnung und jeden abgewiesenen Zutrittsversuch. Im Falle eines Diebstahls lässt sich genau nachvollziehen, wer wann im Raum war.
Ihr Unternehmen wächst? Sie mieten ein neues Stockwerk an? Bei elektronischen Systemen fügen Sie einfach neue Zylinder hinzu und vergeben die Berechtigungen in der Software. Das System wächst stufenlos mit Ihnen mit.
Ein Handwerker steht ungeplant vor der Tür und muss in den Technikraum? Senden Sie ihm einfach einen temporären digitalen Schlüssel direkt auf sein Smartphone. Sie müssen nicht einmal vor Ort sein.
Moderne Zutrittskontrollsysteme lassen sich oft mit anderen Gewerken verknüpfen: Zeiterfassung, Alarmanlagen (Scharf-/Unscharfschaltung direkt am Türzylinder) oder der Gebäudeleittechnik (Licht an bei Betreten).
Das "Identmedium" ist Ihr neuer Schlüssel. Die Wahl des richtigen Mediums hängt stark von Ihren Nutzern ab. Das Beste daran: In modernen Anlagen können Sie die Medien beliebig mischen.
Der absolute Standard im gewerblichen Bereich. Die Medien arbeiten passiv (ohne eigene Batterie) und nutzen Funkstandards wie MIFARE DESFire EV2 oder LEGIC Advant, die als hochsicher gelten.
Das Smartphone wird zum Schlüssel. Über eine App kommuniziert das Gerät per Bluetooth Low Energy (BLE) oder NFC verschlüsselt mit dem Türzylinder oder Wandleser.
Die Öffnung erfolgt über eine Zahlenfolge. Meist kombiniert als PIN-Code-Zylinder oder als abgesetzter Wandleser neben der Tür.
Der eigene Fingerabdruck dient als Schlüssel. Moderne Systeme prüfen nicht nur das Bild, sondern nutzen Lebenderkennung (Wärme/Puls), um Manipulationen auszuschließen.
Für die meisten Bürogebäude und Gewerbeobjekte empfehlen wir eine Mischkalkulation: Statten Sie Ihre Festangestellten mit robusten RFID-Transpondern am Schlüsselbund aus. Nutzen Sie die Smartphone-App (BLE) für die Geschäftsführung und für das schnelle Ausstellen temporärer Schlüssel an Handwerker oder Gäste.
Eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Planung einer elektronischen Zutrittskontrolle ist die Vernetzung der Türen. Es gibt drei grundsätzliche Ansätze, wie die Rechte zum Zylinder kommen.
Die Türen (Zylinder/Beschläge) sind nicht vernetzt. Sie laufen autark mit Batterien. Änderungen der Zutrittsrechte müssen mit einem Programmiergerät an jede Tür einzeln übertragen ("hingetragen") werden.
Vorteil: Günstig, extrem einfach nachzurüsten. Nachteil: Hoher Aufwand bei Änderungen in großen Objekten.
Die Türen sind permanent per Funk (z.B. Bluetooth/ZigBee an Gateways) oder Kabel mit dem zentralen Server verbunden.
Vorteil: Sperrungen und Rechte-Änderungen sind in Echtzeit an allen Türen aktiv. Türstatus (offen/zu/Batterie) ist live sichtbar. Nachteil: Höhere Infrastrukturkosten.
Ein genialer Hybrid: Nur wenige strategische Türen (z.B. Haupteingänge) sind online vernetzt. Die vielen Innentüren sind offline. Bucht ein Nutzer morgens am Haupteingang, werden seine aktuellen Rechte, Sperrlisten und Batterie-Stände der Innentüren auf seinen Transponder geschrieben. Der Nutzer trägt die Informationen ("Data-on-Card") zu den Offline-Türen.
Vorteil: Kosteneffizienz von Offline gepaart mit der Aktualität von Online.
Die meisten elektronischen Zylinder und Beschläge arbeiten mit langlebigen Batterien (ca. 40.000 bis 80.000 Schließungen). Sie funktionieren unabhängig vom Stromnetz des Gebäudes. Bei niedrigem Batteriestand warnen die Geräte frühzeitig optisch, akustisch und in der Software.
Wir verbauen ausschließlich Systeme namhafter Hersteller, die auf AES-128 oder AES-256 Bit End-to-End Verschlüsselung setzen – der gleiche Standard, der beim Online-Banking verwendet wird. RFID-Chips nach MIFARE DESFire EV2 Standard gelten als aktuell nicht kopierbar.
In Deutschland regelt die DSGVO und ggf. der Betriebsrat die Protokollierung. Die meisten Softwaresysteme erlauben es, die Protokollierung entweder komplett zu deaktivieren, zeitlich eng zu begrenzen (z.B. Löschung nach 48h) oder das Auslesen des Protokolls an das "Vier-Augen-Prinzip" (z.B. GF + Betriebsrat) zu knüpfen.
Sie müssen nicht das ganze Schloss tauschen. Elektronische Zutrittskontrolle lässt sich in fast jede bestehende Tür mit minimalem Aufwand nachrüsten.
Die einfachste Art der Nachrüstung. Der alte mechanische Zylinder wird ausgebaut und durch einen elektronischen Profilzylinder ersetzt. Kein Bohren, keine Kabel. Der Knauf auf der Außenseite dreht durch, bis ein berechtigter Transponder vorgehalten wird – dann kuppelt er ein und die Tür lässt sich öffnen.
Hier wird der gesamte Türdrücker (die Türklinke) getauscht. Die Elektronik sitzt im Beschlag. Die Bedienung ist extrem intuitiv: Transponder vorhalten, die grüne LED leuchtet, Klinke drücken. Ideal für hochfrequentierte Bürotüren.
Werden fest neben der Tür installiert und fest verkabelt. Sie steuern elektrische Türöffner, Motorschlösser, automatische Schiebetüren, Aufzüge oder Schrankenanlagen an. Ideal für Haupteingänge und Außentore.
Jedes Gebäude ist anders, jede Organisation hat eigene Prozesse. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welches System perfekt zu Ihren Anforderungen und Ihrem Budget passt.